Liebe Leserinnen und Leser,
wenn ich, was zu meinen ständigen Aufgaben gehört,
Nachrichten übersetze und von rundherum höre, wie Rassismus
und Fremdenhass sich zu regen beginnen und wie öffentliche
Stellen nicht darauf reagieren und sogar wegschauen, dann muss
ich mich wundern.
Nach den Vorfällen in Ungarn vermisse ich den Aufschrei
der internationalen Organisationen ebenso wie deutliche
Maßnahmen der nationalen Verantwortlichen. Natürlich, es gibt
Solidarität auf vielen Ebenen, und einzelne Politiker wurden im
konkreten Fall sofort aktiv, allen voran Viktória Mohácsi und Ernö
Kallai. Und natürlich hat die ungarische Polizei ihre anfängliche
Untätigkeit korrigiert. Aber vor allem: Natürlich geschieht das alles
jenseits der Grenzen. Hier in Österreich gibt es so was nicht.
Bei uns werden Minderheitenrechte nicht in Frage gestellt.
Wecken keine Populisten die schlummernden Ressentiments,
spielt niemand verantwortungslos mit der öffentlichen Meinung.
Niemand will Ausländer rauswerfen oder stellt höchstgerichtliche
Erkenntnisse in Frage. Bei uns werden auf dem Boden der
Menschenrechte stehende gesetzliche Bestimmungen umgehend
und vollständig eingehalten und umgesetzt, ganz ohne Frage, so,
wie wir alle unsere Steuern umgehend und vollständig abliefern.
Bei uns ist das alles ganz normal. Bei uns herrscht Ruhe.
Warum wächst dann meine Sorge? Wieso frage ich mich,
was es noch braucht, damit wieder Zustände wie in den 1920er
Jahren herrschen?
Ein Freund, mit dem ich darüber diskutiert habe,
hat mir ein Zitat von Cicero geschickt, das er irgendwo im
Internet gefunden hat. Es geht so: "Die anständigen Bürger sind
auf irgendeine Art träger, kümmern sich nicht um die Anfänge
politischen Unheils und werden schließlich erst durch die
Unausweichlichkeit selbst aufgerüttelt, so dass sie selbst manchmal
durch ihr Zögern und durch ihre Trägheit, während sie sogar unter
Verlust ihres Ansehens die Ruhe behalten wollen, beides verlieren."
Liebe Leserinnen, liebe Leser, Sie können beruhigt sein.
Ich will niemandem "was mitgeben". Ich frage mich halt nur.
Emmerich Gärtner-Horvath
für das Team von dROMa
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Kedveschne genaschkiji taj genaschtscha,
te me, so use mri buti kerinel, neviptscha prik bescharav taj
vidschik schunav, sar rasismus taj avrethemeskeri holi pe te
micinel kesdinel, taj sar pradime thana ada esbe na len taj te
bejg diken, akor upro tschekat mange astarav.
Palo angleperiptscha ando Ungriko falinel mange te
o uprevrischtschantschago le internacijonali organisacijendar
sar keriptscha le nacijonali dschenendar. Ham afka hi, hot
khetanlikeripe upre but thana del, taj jekoschne politikertscha
ande konkreti periptscha mindschart aktivi ule, andi erschti rik
i Viktória Mohácsi taj o Ernö Kallai. Taj o Ungrike harengere
pumaro nischta keripe akan irinde. Taj so hi: Ada tafka tschak
pedar o granici sa hi. Adaj andi Austrija na del asavo.
Use amende na on o tschulipengere tschatschiptscha
ando phutschajipe terdscharde. Na dschangan nisaj
populistscha o mirne resintements, na khelel niko loke le
pradime gondoha. Niko na kamla le avrethemeskeren ari te
tschidel vaj terdscharel utsche krisiskere tschatschiptscha
ando phutschajipe. Use amende upri phuv le manuschengere
tschatschiptschendar terde angle pisinde tschatschiptscha sik
taj sa ande likerde taj prik bescharde on, nisaj phutschajipeha,
afka, sar amen sa amare teldiptscha sik taj sa tel das. Use
amende oda sa normali hi. Use amende smirom hi.
Soske akor mri briga bartschol? Soske me man
phutschav, so meg pekal, kaj papal i cajt sar ando 1920engere
berscha hi?
Jek pajtaschi, saveha pedar vakertschom, jek citat
le Cicerostar mange bitschatscha, savo ov valakaj ando
internet lakla. Afka dschal: "O latscho nipo valasar lineder
hi; on na diken upro kesdipe le ertschavipestar; taj on erscht
urtschan, kada schpot hi; taj afka on, kaj poloke le hi taj line,
kada lengero smirom kamna hot bajder len te ol taj lengero
mirnipe, akor so duj nascharen."
Kedveschne genaschkiji, kedveschne genaschtscha,
tumen schaj mirne on. Me nikaske na kama "valaso mit te
del". Me man hojt tschak phutschav.
Tumaro
Emmerich Gärtner-Horvath
le dschenenge andar dROMa |